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Endometriose Periode

Wissenschaftliche Erkenntnisse über Endometriose-Periodenblut

Von fembites on November, 9 2022

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Wir haben einen ausführlichen Blogpost über die Erkrankung Endometriose hier geschrieben. In diesem Blogpost fassen wir kurz die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Erkrankung zusammen und klären auf darüber, ob man durch das Periodenblut etwas erkennen kann.

Zur Erinnerung: Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt und außerhalb der Gebärmutter wächst. Endometriose kann sich auf verschiedene Weise auf die Periode auswirken, z. B. indem sie länger, schwerer und schmerzhafter wird.

Oft wird behauptet, dass Periodenblut bei durch an Endometriose-erkrankten Menschen anders aussieht. Was es damit auf sich hat, erklären wir jetzt Stück für Stück:

 

Periodenblut bei Endometriose

Es gibt tatsächlich keine Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass das Periodenblut bei Endometriose-Erkrankten anders aussieht als das typische Periodenblut. Menschen mit Endometriose können jedoch feststellen, dass ihre Periode schwerer ist und länger dauert.

Auch kenn Endometriose zu Schmierblutungen führen - also kleine Blutungen zwischen den Perioden, welches rot, rosa oder braun sein kann. 

Es wurde bestätigt, dass Menschen mit fortgeschrittenen Stadien der Endometriose Ovarialzysten haben können, die auch als Endometriome oder Schokoladenzysten bezeichnet werden, und älteres Blut enthalten können. Wenn die Endometriome aufplatzen, kann dunkelbraune, blutige Flüssigkeit in das Becken austreten, was zu Schmerzen, Entzündungen und Narbenbildung führen kann.

Bei manchen Menschen mit Endometriose treten starke Menstruationsblutungen auf, wobei diese auch häufig zu Blutgerinnseln führen kann. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) weisen darauf hin, dass Blutgerinnsel, die die Größe eines Viertels oder mehr haben, ein Zeichen für starke Blutungen sein können.

 

Periodenlänge bei Endometriose

Bei einer gesunden Periode dauert die Periode in der Regel zwischen 3 und 7 Tagen. Bei einer Person mit Endometriose kann die Periode jedoch länger als 7 Tage dauern. Die Blutungen können auch stärker sein als bei Menschen ohne Endometriose. Starke Blutungen, die mit Endometriose einhergehen, können dazu führen, dass man alle 1-2 Stunden die Binde oder den Tampon wechseln muss.

 

Unregelmäßige Perioden bei Endometriose

Im Allgemeinen dauert ein typischer Menstruationszyklus zwischen 21 und 35 Tage. Der Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und setzt mit dem Beginn der nächsten Periode wieder ein.

Bei unregelmäßigen Perioden kann der Zyklus weniger als 21 Tage oder mehr als 35 Tage dauern. Auch die Länge des Zyklus kann jeden Monat um 7-9 Tage variieren. Informationen der International Planned Parenthood Federation weisen darauf hin, dass Endometriose eine Ursache für unregelmäßige Perioden sein kann.

 

Kann Endometriose das Ausbleiben der Periode verhindern?

Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Endometriose die Regelblutung verhindert. Eine der Behandlungsmethoden für Endometriose ist jedoch die Verhinderung der Periode mit hormonellen Verhütungsmitteln. Endometriosegewebe verhält sich ähnlich wie Gebärmuttergewebe, d. h. es blutet während der Periode. Durch die Verhinderung der Regelblutung können hormonelle Verhütungsmittel dazu beitragen, Schmerzen und Blutungen durch Endometriose zu verringern.

 

Farben des Periodenblutes

Helles Rot
Wenn das Menstruationsblut leuchtend rot ist, bedeutet dies, dass das Blut frisch ist. Blut verdunkelt sich im Laufe der Zeit, so dass hellrotes Blut bedeutet, dass das Menstruationsblut gleichmäßig aus der Gebärmutter fließt. Der National Health Service (NHS) von Großbritannien weist darauf hin, dass das Blut während der Periode in der Regel rot ist, wenn es am stärksten ist. Dies ist im Allgemeinen innerhalb der ersten 2 Tage nach Beginn der Periode der Fall.

Schwarz
Schwarzes Periodenblut kann das Ergebnis von älterem Blut sein, das die Gebärmutter verlässt. Der NHS weist darauf hin, dass dies auch an Tagen mit leichteren Blutungen auftreten kann.

Braun oder dunkelrot
Braunes oder dunkelrotes Periodenblut kann in den leichteren Phasen der Periode auftreten. Diese Farben können auftreten, wenn das Blut mit der Zeit oxidiert. In diesem Fall ist das Blut noch nicht so weit gealtert, dass es schwarz wird.

Grau
Eine Erkrankung namens bakterielle Vaginose (BV) kann dünnen, grauen Ausfluss verursachen. BV entsteht durch eine Ansammlung von Bakterien in der Vagina.
Neben grauem Ausfluss kann BV auch folgendes verursachen:

  • Dünner, weißer Ausfluss
  • Schmerzen in der Vagina
  • Juckreiz in der Vagina
  • Brennen in der Vagina
  • starker, fischartiger Vaginalgeruch, besonders nach dem Sex
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Juckreiz an der Außenseite der Vagina

Rosa
Rosafarbenes Periodenblut kann auftreten, wenn die Periode schwächer wird.

 

Schlecht riechendes Periodenblut

Typisches Menstruationsblut kann aufgrund seines Eisengehalts einen leichten Metallgeruch aufweisen.

Wenn das Menstruationsblut unangenehm riecht, kann das bedeuten, dass die Binde oder der Tampon gewechselt werden muss, denn in altem Menstruationsblut können sich Bakterien ansammeln, die den Geruch verursachen können.

Übel riechender Ausfluss kann ein Symptom bestimmter Infektionen sein, z. B. BV oder eine Infektion mit Trichomonaden, eine häufige sexuell übertragbare Infektion.

 

 

Blut im Urin

Endometriosegewebe kann sich in der Blase einer Person entwickeln. In diesem Fall kann es zu Blut im Urin kommen.

Untersuchungen von aus dem Jahr 2015 haben ergeben, dass Endometriose in der Blase Folgendes verursachen kann:

  • Harndrang
  • blutiger Urin
  • Unterleibsschmerzen
Die Forscher stellen fest, dass bei etwa 20 % der Menschen mit Endometriose in der Blase Blut beim Wasserlassen auftritt.

 

Wann sollte man eine/n Ärztin aufsuchen?

Eine Person sollte einen Arzt aufsuchen, wenn sie Anzeichen von Endometriose hat oder sich Sorgen über Regelschmerzen oder Unregelmäßigkeiten macht.

Zu den Symptomen der Endometriose gehören:

  • schmerzhafte Menstruationskrämpfe
  • Schmerzen im Unterleib
  • Unfruchtbarkeit
  • Schmerzen in den Eingeweiden oder im Unterbauch
  • starke Regelblutungen
  • Schmierblutungen oder Blutungen zwischen den Perioden
  • Schmerzen beim Sex
  • Krämpfe nach dem Sex
  • Schmerzhafter Stuhlgang
  • Schmerzhaftes Wasserlassen
  • Müdigkeit
  • Verdauungs- oder Magen-Darm-Beschwerden

Bei der Diagnose der Endometriose befragt der Arzt die Patientin zunächst nach ihren Symptomen und ihrer Krankengeschichte. Der Arzt kann auch eine Untersuchung des Beckens und einige bildgebende Untersuchungen durchführen. Ein chirurgischer Eingriff ist derzeit die einzige Möglichkeit, um festzustellen, ob eine Person an Endometriose leidet.

 

Behandlung von Endometriose

Derzeit gibt es keine Heilung für Endometriose. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome zu lindern.


Zu den Endometriose-Behandlungen gehören:

  • Schmerzlinderung, z. B. durch nichtsteroidale Antirheumatika
  • Hormontherapie, einschließlich hormoneller Verhütungsmittel
  • chirurgische Behandlung zur Entfernung von Endometriosegewebe oder zur Durchtrennung von Nerven im kleinen Becken

Wenn eine Person aufgrund von Endometriose schmerzhafte Regelblutungen hat, kann sie Erleichterung finden durch:

  • alternative Therapien, wie Akupunktur und Akupressur
  • Bewegungstherapie
  • Verwendung eines Heizkissens oder einer Wärmflasche auf dem Unterleib
  • für ausreichend Ruhe sorgen

 

Good to know:

Obwohl es keine Heilung für Endometriose gibt, können bestimmte Behandlungen helfen, die Symptome einer Person unter Kontrolle zu halten. Die Endometrioseherde können sich bei einem Drittel der Betroffenen ohne Behandlung zurückbilden.

Nach einer Operation treten die Endometrioseherde bei 6-67 % der Betroffenen wieder auf. Schmerzen nach einer Behandlung treten bei 5-59 % der Betroffenen erneut auf.

Außerdem kann Endometriose die Chance auf eine Schwangerschaft verringern. Sie erhöht auch das Risiko eines Schwangerschaftsverlustes und einer Eileiterschwangerschaft.

Endometriosegewebe tritt während der Menstruation nicht aus. Es blutet und scheidet aus wie das Endometriumgewebe. Das Blut und das Gewebe bleiben jedoch in der Bauchhöhle eingeschlossen. Dies kann zu Entzündungen und Narbenbildung führen.

 


Solltest du den Verdacht haben unter Endometriose erkrankt zu sein, suche unbedingt ein/e Ärzt*in auf!

 

 

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK559230/

https://www.cdc.gov/ncbddd/blooddisorders/women/menorrhagia.html

https://www.endofound.org/painful-periods

https://www.nichd.nih.gov/health/topics/menstruation/conditioninfo/irregularities

https://www.ippf.org/blogs/endometriosis-what-you-should-know

https://www.womenshealth.gov/a-z-topics/endometriosis

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK567777/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK279293/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK279503/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4426121/

https://medlineplus.gov/endometriosis.html